Münster - ein Stadtporträt

Münster (plattdeutsch Mönster) ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Münster und ein Oberzentrum des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. Von 1815 bis 1945 war sie Hauptstadt der damaligen preußischen Provinz Westfalen. Die Stadt liegt zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes und ist seit 1915 offiziell Großstadt. Derzeit leben in der Stadt an der Münsterschen Aa ca. 270.000 Einwohner (Stand Mai 2005), die fast 48.500 Studenten sind in dieser Zahl aber nur zum Teil enthalten, da viele von ihnen in Münster nur mit Nebenwohnsitz gemeldet sind.

Die Stadt gilt als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort und ist Sitz mehrerer Hochschulen. Wichtige Gerichte und Verwaltungseinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen sind in Münster ansässig, darunter der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht. Die alte westfälische Provinzialhauptstadt ist Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Seit über 1200 Jahren hat das Bistum Münster, eines der ältesten Bistümer in Norddeutschland, mit seinem katholischen Bischof große Bedeutung weit über die Grenzen Westfalens hinaus.

Münster ist bekannt als Fahrradstadt sowie für seine historische Altstadt. Seit dem Gewinn des LivCom-Awards 2004 darf sich die Stadt offiziell lebenswerteste Stadt der Welt nennen.


Geographische Lage

Münster liegt an der Münsterschen Aa, 15 km südlich ihrer Mündung in die Ems, in der von sandig-lehmigen Ablagerungen überdeckten Westfälischen Tieflandsbucht inmitten einer von Streusiedlungen und Einzelhöfen geprägten Landschaft, dem Münsterland. Der höchste Punkt ist der Mühlenberg mit 97 Metern über Normalnull, die Innenstadt liegt auf 60 Meter über Normalnull.

Die niederländische Stadt Enschede ist etwa 70 km entfernt. Weitere Großstädte in der näheren Umgebung sind Osnabrück, etwa 44 km nördlich, Dortmund, etwa 61 km südlich und Bielefeld, etwa 62 km östlich.

Münster ist einer der 42 deutschen Verdichtungsräume. Es gehört mit seiner im Vergleich zur Einwohnerzahl sehr großen Fläche zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Darin sind jedoch größere unbebaute ländliche Gebiete der 1975 eingemeindeten Orte enthalten.

Außerdem ist das zusammenhängend bebaute Stadtgebiet flächenmäßig vergleichsweise groß, da die Bebauung niedriger ist als in anderen der Einwohnerzahl nach vergleichbaren Städten. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Villen sowie der größtenteils nur zwei- bis dreistöckigen Mietshäuser. Hochhäuser gibt es nur vereinzelt, Mietskasernen findet man in Münster dagegen nicht. Auffällig ist gegenüber weiter südlich gelegenen deutschen Städten auch, dass die Häuser überwiegend in Backsteinbauweise errichtet wurden und zu einem hohen Anteil giebel- statt traufständig sind. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes von 302,79 km² teilt sich auf in 87,92 km² bebaute Fläche, 160,58 km² Agrar- und Grünflächen, 8,47 km² Wasserflächen sowie 45,82 km² Waldflächen. Der Umfang beträgt dabei 107 km, die Ausdehnung von Norden nach Süden 24,4 km und von Westen nach Osten 20,6 km.

Zwar heißt es in Münster oft „Entweder es regnet oder es läuten die Glocken! Und wenn beides zusammen fällt, dann ist Sonntag“, tatsächlich aber entspricht die Niederschlagsmenge der Stadt mit ca. 700 mm pro Jahr etwa dem Durchschnitt in Deutschland. Der Eindruck einer besonders hohen Niederschlagsmenge wird insofern nicht durch die absolute Niederschlagsmenge, sondern vielmehr durch die überdurchschnittliche Niederschlagshäufigkeit mit allerdings meistens geringerer Niederschlagsmenge hervorgerufen. Die Durchschnittstemperatur beträgt knapp über 9 °C bei ca. 1.500 Sonnenstunden im Jahr.

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